Ein Herzinfarkt kommt nicht von allein. Meist entsteht er, weil sich die
Herzkranzgefäße über Jahre mehr und mehr verschlossen haben. Mittlerweile
sind einige Risikofaktoren bekannt, die dazu beitragen. Die wichtigsten sind ein
erhöhter Blutdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, zu hoher Blutzucker und das
Rauchen. Wer diese Risikofaktoren meidet, lebt besser und senkt sein Risiko,
einen Infarkt zu bekommen.
Wenn das Herz nach Luft ringt
Wie jeder andere Muskel braucht das Herz, um zu funktionieren, Nährstoffe
und Sauerstoff. Die erhält das Herz in der Regel über drei große Gefäße,
die so genannten Herzkranzgefäße. Wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße
verstopfen, ist ein Teil des Herzmuskels von der Versorgung abgeschnitten –
die Muskelzellen sterben innerhalb weniger Stunden ab, der Betroffene erleidet
einen Herzinfarkt. Ein solcher Infarkt ist ein absoluter Notfall: Rund 30
Prozent der Betroffenen sterben in der ersten Stunde, weitere zwölf Prozent
wenig später.
Ursache Gefäßverstopfungen
Gefäßverkalkungen – auch Arteriosklerose genannt – sind in der Regel
die Ursache für einen Herzinfarkt. Die Verkalkungen verengen den Durchmesser
des Gefäßes nach und nach immer stärker. Außerdem können sich an den
Verkalkungsstellen spontan Blutgerinnsel bilden, die dann das ohnehin verengte
Gefäß wie ein Pfropfen verschließen und das dahinter liegende
Herzmuskelgewebe von der Versorgung abschneiden. Verschiedene Risikofaktoren wie
Rauchen, zu hoher Blutdruck und zu hohe Zuckerwerte bewirken die Verkalkung –
nicht nur in den Herzkranzgefäßen, sondern auch in anderen Blutgefäßen.
Anzeichen richtig deuten und schnell handeln
Viele Herzinfarkte gehen deshalb tödlich aus, weil erste Anzeichen nicht
richtig gedeutet werden und im entscheidenden Augenblick falsch gehandelt wird.
Entscheidend ist, dass der Patient möglichst schnell in die Klinik kommt. Für
die Behandlung sind die ersten drei bis sechs Stunden entscheidend.
Warnsignale richtig deuten - bei Männern
Typisch für den akuten Infarkt sind plötzliche drückende oder brennende
Schmerzen hinter dem Brustbein. Diese sind oft so stark, dass Betroffene später
von „Vernichtungsschmerzen“ sprechen. Oftmals strahlen sie in den linken,
seltener auch in den rechten Arm aus. Schmerzen können aber auch im Rücken, im
Kiefer oder im oberen Bauch auftreten. Zusätzlich zu den Schmerzen bekommt der
Betroffene oft schwere Atemnot, wird schwindelig oder sogar bewusstlos. Hinzu
kommen Enge- und Angstgefühle. Allerdings gibt es auch Infarkte, die keine
Schmerzen machen. Diese so genannten stummen Infarkte kommen häufig bei
Diabetikern vor.
Warnsignale richtig deuten – bei Frauen
Die bei Männern für einen Herzinfarkt typischen Beschwerden wie Druck- und
Engegefühl in der Brust, Schmerzen, die in den linken Arm, die Schultern oder
den Hals ausstrahlen, treten bei Frauen seltener auf. Oftmals sind bei Frauen
die Symptome für einen Herzinfarkt eher unspezifisch. Achten Sie auf Anzeichen
wie:
- Druckgefühl im Oberbauch
- Übelkeit und Erbrechen
- Atemnot und Rückenschmerzen
Wenn solche Schmerzen nach Beendigung einer körperlichen Anstrengung
anhalten, im Ruhezustand oder nachts auftreten, können sie einen drohenden
Herzinfarkt ankündigen, fufen Sie sofort den Notarzt.
Typische Anzeichen für den akuten Herzinfarkt sind
- plötzliche drückende oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein, die
oftmals in den linken, seltener auch in den rechten Arm ausstrahlen
- Schmerzen im Bereich des Rückens, des Kiefers oder im oberen Bauch,
schwere Atemnot, die zusätzlich zu den Schmerzen auftritt
- Schwindel oder sogar Bewusstlosigkeit
- blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß auf Stirn und Oberlippe
- Enge- und Angstgefühle
- Übelkeit
Sofortmaßnahmen: schnell gehandelt ist halb gerettet
Wenn die Symptome eines Herzinfarktes auftreten, heißt das oberste Gebot:
Ruhe bewahren. Denn wer hektisch wird, macht Fehler. Das ist im Falle eines
Herzinfarktes zu tun:
- Telefonnummern des Hausarztes, des Notarztes und auch der
Rettungs-Leitstelle jederzeit griffbereit halten
- den Patienten sofort und mit angehobenem Oberkörper auf ein Bett oder
Sofa lagern
- enge Kleidung lockern
Nach dem Auftreten der ersten Symptome sollten nicht mehr als 15 bis 30
Minuten vergehen, bis der Arzt gerufen wird. Ist der Arzt nicht zu erreichen,
muss der Notarzt gerufen werden. Beim Telefongespräch mit dem Arzt Adresse,
Name und Alter des Patienten sowie Beschwerden und bekannte Risikofaktoren
angeben. Den Verdacht auf Herzinfarkt äußern. Nach dem Telefongespräch dafür
sorgen, dass der Arzt die Wohnung schnell findet. Wenn möglich einen Nachbarn
bitten, den Arzt auf der Straße zu empfangen. Auf keinen Fall den Patienten
lange allein lassen. Beruhigend auf den Patienten einreden. Auch wer allein zu
Haus ist und bestimmte Symptome verspürt, die auf einen Infarkt hinweisen,
sollte so schnell wie möglich den Rettungsdienst anrufen. Sonst könnte es bald
zu spät sein.
Weiter zu Teil 2: Risikofaktoren und Adressen
(Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung)