KV-Gesundheitsratgeber: Enddarmerkrankungen - das verschwiegene Leiden

Teil 1: Untersuchung und Behandlung

Für eine sichere Diagnose muss der Coloproktologe Ihren Enddarm und gegebenenfalls den gesamten Dickdarm untersuchen. Diese Untersuchungen sind ungewohnt, jedoch nur selten unangenehm.

Nach der vollständigen Untersuchung wird Ihnen Ihr Enddarmspezialist die Gründe Ihrer Beschwerden erklären und die erforderlichen Behandlungen vorschlagen. Er wird Ihnen auch sagen, was Sie selbst tun können, um eine schnelle Heilung zu erreichen. Meist können Beschwerden ambulant, nur selten müssen sie stationär behandelt werden.

Im Folgenden finden Sie Informationen über die häufigsten Untersuchungsmethoden.

Palpation

Die Austastung (Palpation) mit dem Finger ist äußerst wichtig und nicht belastend. Dem Spezialisten gibt sie bereits entscheidende Informationen zu Art und Ausmaß einer Erkrankung. So lassen sich zum Beispiel Afterrisse und vor allem Neubildungen feststellen. Insbesondere bei einer Schließmuskelschwäche ist die Palpation besonders aufschlussreich.

Proktoskopie

Bei der Afterspiegelung (Proktoskopie) wird der Afterkanal (ca. 5 cm) mit einem kleinen Rohr inspiziert. Nur hierdurch kann der Enddarmspezialist erkennen, ob Hämorrhoiden vorliegen und welchen Vergrößerungsgrad diese bereits erreicht haben. Mit dem Finger ist dies nicht möglich, denn Hämor-rhoiden sind nicht tastbar.

Rektoskopie

Die Mastdarmspiegelung (Rektoskopie) gewährt Einsicht in den unteren Dickdarm. Mit ihr können Entzündungen, Polypen oder auch Krebs erkannt werden.

Koloskopie

Muss der Coloproktologe auch die höheren Darmabschnitte einsehen, so verwendet er ein biegsames Instrument, das Koloskop. Die Koloskopie, die hohe Darmspiegelung, wird ambulant durchgeführt; eine Narkose ist in der Regel überflüssig.

Biopsie

Bei all diesen Untersuchungen können bei Bedarf Gewebeproben für weitergehende Tests entnommen werden (Biopsie).

Quelle: Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V.

Bei der Suche nach einem Gastroenterologen oder Proktologen in Ihrer Nähe hilft Ihnen auch die Kassen-ärztliche Vereinigung Berlin weiter: Unter der Nummer 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.

Weiter zu Teil 2: Krankheitsbild

(Quelle: KV Berlin)

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