KV-Gesundheitsratgeber Darmkrebs

Darmkrebs ist der häufigste Tumor - nutzen Sie die Chancen der Vorsorge!

Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin / Ihrem Hausarzt darüber. Insbesondere, wenn Sie das 55. Lebensjahr bereits vollendet haben. Ab diesem Alter beträgt das Risiko, in den nächsten 25 Jahren an Darmkrebs zu sterben, 1:33. Anders gesagt, einer von 33 Patienten stirbt daran.

Ab Fünfzig – der Stuhltest auf okkultes Blut

Ab dem Alter von 50 Jahren stehen allen Versicherten der gesetz-
lichen Krankenkassen bestimmte Leistungen der Darmkrebs-Vor-
sorge kostenlos zur Verfügung. Hierzu gehört zunächst der Papier-
streifentest, auch fäkaler okkulter Bluttest genannt (offizielle Abkürzung: FOBT), den Sie bequem zu Hause machen können. Dieser Test kann bis zum Alter von 54 Jahren einmal jährlich kostenlos durchgeführt werden.

Der FOBT soll feststellen, ob nicht sichtbares Blut im Stuhl vorhanden ist, das z. B. auf einen blutenden Tumor schließen lässt. Polypen als Vorstufe des Darmkrebses bluten in Abhängigkeit von ihrer Größe gar nicht oder seltener und selbst Frühstadien eines bösartigen Darmtumors bluten nicht kontinuierlich. Damit können diese Veränderungen, auch mit spezialisierteren Tests, z. B. dem Nachweis von menschlichem Blut (immunologische Stuhlteste), in einem großen Umfang nicht nachgewiesen werden. Das begründet den relativ geringen Einfluss derartiger Teste auf die Senkung der Sterblichkeit an Darmkrebs.

Andererseits kann Blut im Stuhl auch andere Ursachen haben. Selbst neuere Testverfahren - wie z. B. M2-PK-Test, der ein Tumorenzym nachweist, welches auch bei anderen Tumoren auftritt - weisen nur in einem hohen Umfang Darmkrebs mit schon vorhandenen Tochter-
geschwülsten nach. Im Hinblick auf die Vorstadien sind sie weniger empfindlich und auch nicht wesentlich spezifischer, da in Untersu-
chungen bei einer größeren Zahl positiv Getesteter keine krankhaften Veränderungen nachgewiesen werden konnten.

Beim Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse sind derartige Untersuchungsverfahren gegenwärtig nicht zur Früherkennung geeignet und werden darum zurzeit auch nicht von den Kranken-
kassen bezahlt.

Der Test auf okkultes Blut im Stuhl hat also seine Grenzen und dennoch einen Sinn. Wenn er Blut im Stuhl zeigt, kann dies ein erster Hinweis auf einen größeren Polypen oder ein Darmkrebs sein. Darum muss er unbedingt durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) abge-
klärt werden. Ist diese unauffällig oder erbringt sie eine harmlosere Ursache der Blutung, so sollte man in den nächsten Jahren auf weitere Stuhlteste verzichten.

Spekulationen über mögliche Ursachen der Blutung - z. B. Hämorrhoiden - oder weitere Stuhlkontrollen sind ein Spiel mit dem Leben! Ein einmal positiver Stuhltest ist positiv und muss durch eine entsprechende Untersuchung abgeklärt werden! Nur so ist der Stuhl-
test im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung sinnvoll.

Wenn man in der Darmkrebs-Vorsorge Gewissheit haben will, macht man eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt. Diese Unter-
suchung wird nicht in Ihrer Hausarztpraxis durchgeführt, sondern in einer spezialisierten Fachpraxis.

Die Darmspiegelung – auch Koloskopie genannt

Die Darmspiegelung wird mit einem so genannten Koloskop vorge-
nommen. Es handelt sich um einen dünnen und biegsamen Schlauch, der vom Arzt behutsam in den After eingeführt und langsam in den Darm geschoben wird. Am Ende des Koloskopes befindet sich ein winziges Objektiv, mit dem der Arzt Veränderungen an der Darm-
wand erkennen kann. Mit einem Koloskop lassen sich auch Gewe-
beproben entnehmen, die dann im Labor untersucht werden. 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen aus speziellen Polypen (Adenome). 7 Prozent dieser Adenome entarten im Laufe der Zeit zu bösartigen Tumoren.

Während einer Koloskopie lassen sich diese Krebsvorstufen mit einer Schlinge, die über das Endoskop eingeführt wird, komplikationsarm entfernen. Die Darmspiegelung ist zurzeit die aussagekräftigste und effektivste Untersuchung zur Darmkrebs-Vorsorge. Durch die moder-
nen Koloskope und die Erfahrung der Fachärzte, die Darmspiege-
lungen oft durchführen, ist dies auch eine schonende Untersuchung für Patienten.

Auf Wunsch können Patienten eine Sedierung (Schlafspritze) bekom-
men, so dass sie von der Untersuchung kaum etwas spüren. Die Darmspiegelung selbst dauert in der Regel nur 20–30 Minuten. Danach können sich die Patienten eine Ruhephase gönnen und schließlich die Praxis wieder verlassen.

Die Darmspiegelung ist zurzeit durch nichts zu ersetzen und ist daher für Patienten ab dem Alter 55 kostenlos. Bitte lassen Sie sich von Ihrer Hausarztpraxis zum Thema Darmkrebs-Vorsorge informieren. Das Thema ist wichtig, und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Die Beratung zur Darmkrebs-Vorsorge ist für Sie völlig kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts

Ob Sie danach eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung machen lassen, ist Ihre freie Entscheidung! Übrigens, für eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung ist keine Praxisgebühr fällig.

Nutzen Sie die Chance der Vorsorge!

Bei der Suche nach einem Facharzt für Innere Medizin/Gastro-
enterologie in Ihrer Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter:
Unter der Nummer 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.

Weiter zu Teil 2: Qualitätssicherung

(Quelle: Initiative Berlin-gegen-Darmkrebs, 2009)

Zum Herunterladen

Chancen der Darmkrebs-Vorsorge
(PDF, 21 KB) [4 Seiten]

Qualitätssicherung bei der Darmspiegelung
(PDF, 17 KB) [3 Seiten]

Häufige Fragen zur Vorsorge
(PDF, 30 KB) [5 Seiten]

Weiterführende Adressen
(PDF, 12 KB) [1 Seite]
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