Krank vor Angst – Diagnose und Behandlung von Angsterkrankungen
Die Kehle schnürt sich zu, das Herz pocht wild, die Luft wird knapp: Das
ist Angst. Ständige Sorgen, dass dem Partner und der Familie etwas zustößt,
oder übertriebener Ekel vor Blut, offenen Flächen und Dunkelheit:
Auch das ist Angst. Angst und Panikerkrankungen sind ernst zu nehmende, "echte"
Krankheiten, die das Lebensgefühl der Betroffenen beeinträchtigen
bis hin zum vollständigen Verlust der Lebensfreude und Arbeitsfähigkeit.
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden etwa 11 Prozent der Bevölkerung
an einer Angsterkrankung – der bei Frauen häufigsten und bei Männern
zweithäufigsten seelischen Erkrankung.
Doch noch immer sind Angsterkrankungen in der Öffentlichkeit ein Tabu-Thema.
Deshalb gehen die einen erst zum Arzt, nachdem sie ihre Erkrankung jahrelang
verheimlicht haben und sie chronisch geworden ist. Die anderen haben eine Odyssee
durch die Arztpraxen hinter sich, weil sie meinen, organisch krank zu sein.
Dabei rühren ihre körperlichen Beschwerden in Wirklichkeit von einer
Angststörung her.
Angst, was genau ist das eigentlich?
Zunächst: Angst ist normal, denn sie schützt vor Gefahr und dient
der Selbsterhaltung. Sie stellt eine sinnvolle Reaktion des Körpers auf
eine als bedrohlich empfundene Wahrnehmung dar. Biologisch handelt es sich bei
Angst um einen Stresszustand, verbunden mit einem Gefühl körperlicher
Anspannung und Begleiterscheinungen. Allgemein wird zwischen gerichteten Angststörungen
wie Phobien unterschieden und ungerichteten Angstzuständen wie der Angstattacke
oder der generalisierten Angststörung:
Bei Phobien tritt der Angstzustand auf, sobald sich der Betroffene bestimmten
an und für sich ungefährlichen Situationen oder Objekten aussetzt.
Das können zum Beispiel extreme Höhe sein, Menschenansammlungen, U-Bahn-
Fahrten oder Spinnen. Bereits die Vorstellung an eine Angst auslösende
Situation führt zur Angstempfindung. Die Erkrankten vermeiden deshalb häufig
die Angst auslösende Situation. So halten sie zwar ihre Angstgefühle
in Grenzen, beeinträchtigen jedoch privat wie beruflich ihre sozialen Kontakte.
Phobien treten häufig zugleich mit Depressionen auf.
Allgemeine Angstzustände haben dagegen keinen erkennbaren spezifischen
Auslöser. Angstattacken beginnen abrupt, erreichen innerhalb weniger Minuten
einen Höhepunkt und dauern einige Minuten an. Bei einer generalisierten
Angststörung handelt es sich um eine diffuse Angst mit Anspannung, Besorgnis
und Befürchtungen über alltägliche Ereignisse und Probleme über
einen Zeitraum von mehreren Monaten, verbunden mit psychischen und körperlichen
Symptomen.
Bei der Suche nach einem Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten in Ihrer
Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter:
Unter der Nummer 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.
Weiter
zu Teil 2: Körperliche Symptome der Angst