Das Erleben von Angst – auch der krankhaften – wird hormonell
gesteuert. Im Zwischenhirn werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin
und Kortisol ausgeschüttet, welche die so genannte "Bereitstellungssituation"
hervorrufen: Körper und Geist mobilisieren kurzzeitig ihre gesamte Muskelkraft
und Konzentrationsfähigkeit. Dadurch kommt es zu Herzklopfen, beschleunigtem
Puls, Schweißausbrüchen, Hitzewallungen oder Sprachschwierigkeiten.
Bei Angstattacken können ebenso Atembeschwerden, Beklemmungsgefühle,
Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten wie Bewusstseinsstörungen:
etwa dem Gefühl, verrückt zu werden, dass Dinge unwirklich sind oder
man selber "nicht richtig da" ist.
So erkennen Sie eine Angsterkrankung
Sicherlich kann Angst krank machen, doch nicht jede Angst ist krankhaft. Als
Faustregel gilt: Solange sich Ängste objektiv begründen lassen, liegt
keine krankhafte Form von Angst vor. Von einer Angststörung spricht man
erst, wenn
- das Ausmaß und die Häufigkeit von Angstzuständen den Tagesablauf
und die sozialen Aktivitäten beeinträchtigen oder starkes seelisches
Leid verursachen
- die wahrgenommene Bedrohung keinen Grund in der Realität hat
- die Angstreaktion der Situation nicht mehr angemessen ist
- die Betroffenen wissen, dass ihre Angst unvernünftig und übertrieben
ist, sie ihre Angstzustände aber nicht überwinden können (Kontrollverlust)
- die momentanen Lebensumstände das Ausmaß der Angst nicht erklären
können.
Das können Sie selber tun
- Gehen Sie Angst auslösenden Situationen nicht aus dem Weg, nur um
Ihre Ängste in den Griff zu bekommen. Das kann Ihren Lebensalltag bis
hin zur sozialen Isolation beeinträchtigen.
- Trinken Sie keinen Alkohol als Angstlöser. Da viele Angsterkrankungen
zusammen mit anderen Süchten auftreten, ist die Gefahr einer weiteren
Sucht groß.
- Suchen Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Umgebung auf, belesen Sie sich,
holen Sie Informationen oder professionellen Rat, um sich mit Ihren eigenen
Ängsten auseinander zu setzen.
Mögliche Ursachen
Neben psychologischen Mechanismen stehen heutzutage biologische Faktoren im
Zentrum der Angstforschung. Als organische Ursachen kommen sowohl eine Schilddrüsenfehlfunktion
als auch ein überempfindliches vegetatives Nervensystem in Frage, wodurch
die körperlichen Zeichen der Angst zu leicht ausgelöst werden. Auch
wird eine gestörte Balance der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im
Gehirn verantwortlich gemacht, welche die Übermittlung von Impulsen, auch
die von Angstsignalen, zwischen den Nervenzellen regeln. Als Risikofaktoren
bei der Entstehung einer Angsterkrankung spielen auch das Alter, Geschlecht,
genetische Faktoren, das soziale Umfeld, gesellschaftliche Anerkennung, Erziehung
oder erlebte Traumata eine Rolle.
Bei der Suche nach einem Arzt oder Psychologischen Psychotherapeuten in Ihrer
Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter:
Unter der Nummer
31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.
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