Als eines der ersten Bundesländer hat Berlin das von der Bundesregierung beschlossene Programm zur Früherkennung von Brustkrebs flächendeckend eingeführt. Berlinerinnen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben die Möglichkeit, sich alle zwei Jahre untersuchen zu lassen.
Die teilnahmeberechtigten Frauen werden dazu von der Zentralen Stelle, einer gemeinsamen Einrichtung der Krankenkassenverbände und der Kassenärztlichen Vereinigung, schriftlich eingeladen. In Berlin betrifft dies rund 437.000 Frauen.
Ziel des Mammographie-Screenings ist es, Brustkrebs früh zu erkennen, das heißt,
bevor er tastbar ist oder andere Symptome hervorruft. Dadurch können die Heilungschancen
erhöht sowie die Anzahl der radikalen Operationen und belastenden Therapien
erheb-
lich verringert werden. Brustkrebs ist in Deutschland mit etwa 57.000 Neuerkrankungen
jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede Zehnte erkrankt im Laufe
ihres Lebens daran. Knapp 18.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit,
weil diese oftmals zu spät entdeckt wurde.
Zusatzangebot zur jährlichen Früherkennung
Die Mammographie gilt derzeit als die beste Methode, um auch kleine, noch beschwerdefreie
Tumore zu diagnostizieren. Sie stellt eine wichtige Ergänzung zur jährlichen
Krebs-Früherkennungs-
untersuchung durch die Frauenärzte dar. Die Mammographie zur Früherkennung von
Brustkrebs war vor Einführung des Screenings keine Leistung der gesetzlichen
Krankenversicherung. Nunmehr werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen
bzw. für nicht versicherte Frauen von den Sozialhilfeträgern im Rahmen des Früherkennungsprogramms
übernommen. Die Kostenübernahme bei Privatversicherten richtet sich nach
dem individuellen Vertrag (Selbstbehalt). Eine Praxisgebühr fällt nicht an.
Höchste Qualitätsanforderungen
Das Mammographie-Screening erfolgt bundesweit nach gleichen, genau festgelegten
Spielregeln. Sämtliche Abläufe von der Einladung der Frauen bis zur Evaluation
unterliegen der Europäischen Leitlinie zur Qualitätssicherung von Brustkrebs-Screening.
So ist vorgeschrie-
ben, dass jede Röntgenaufnahme von zwei Medizinern unabhängig voneinander beurteilt
wird. Weichen die Befunde voneinander ab, wird der programmverantwortliche Arzt
hinzugezogen. Die Ärzte müssen jährlich mindestens 5.000 Bilder befunden. Neben
Fallkonferenzen, einer speziellen Ausbildung und regelmäßigen Fortbildungen
für das gesamte Screening-Team wird täglich die Qualität der Geräte von einem
Referenzzentrum kontrolliert.
(Quelle: KV Berlin)