Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat ein umfassendes Behandlungsprogramm für Patien-
ten mit akuten Rückenschmerzen im Lenden-
wirbelbereich entwickelt. Ziel ist es zu verhin-
dern, dass die Beschwerden chronisch werden und der Patient dauerhaft unter Schmerzen leidet.
Seit 1. März 2009 wird das mehrstufige, fachübergreifende Konzept mit der
KKH-Allianz umgesetzt. Berliner KKH-Allianz-Versicherte mit Rückenschmerzen
können sich bei einem der teilnehmenden Ärzte in das Programm einschreiben und
profitieren damit bundesweit als erste von dem neuen Versorgungskonzept.
Wie läuft das Behandlungskonzept ab?
KKH-Allianz-Versicherte, die sich beim Haus- oder Facharzt in das Versorgungsprogramm
einschreiben, nehmen an einem sogenannten Screening, einer Eingangsuntersuchung
mit einem genau festgelegten Anamnese- und Diagnoseverfahren, teil. So wird
der Rückenschmerz zunächst in die entsprechende Kategorie eingeteilt.
Handelt es sich um akute Schmerzen im Lendenwirbelbereich und
können Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall, Tumor oder psychische
Ursachen ausgeschlossen werden, beginnt die struktu-
rierte Behandlung. Neben medikamentösen und physiotherapeu-
tischen Maßnahmen gehört dazu auch eine Patientenschulung. Hier wird
u.a ein aktiv ausgerichtetes Wirbelsäulentraining vorgestellt. Kommt es
in den ersten Wochen zu keiner Verbesserung der Beschwerden, werden unverzüglich
weitere Fachärzte wie Schmerz-
therapeuten oder Neurologen eingebunden und die Arzneiverordnung angepasst.
Bestehen nach maximal sechs Wochen die Schmerzen weiterhin, wird in einer Fallkonferenz
eine Intensivierung der Therapie entwickelt und abgeklärt, ob beispielsweise
eine Reha-Maßnahme oder eine Klinikbehandlung erforderlich ist. Ziel der
Behandlung ist es, den Rückenschmerz zu beseitigen und ein chronisches
Leiden zu verhindern.
Das Versorgungskonzept wurde von der KV Berlin zusammen mit niedergelassenen
Ärzten aller an der Behandlung von Rücken-
schmerzen beteiligten Fachgruppen – einschließlich Psychotherapeu-
ten – entwickelt. Zudem haben an dem Konzept auch Physiothera-
peuten sowie Spezialisten aus dem Bereich der ambulanten und stationären
Rehabilitation und dem Krankenhausbereich mitgewirkt. Der Fachbereich Public
Health der Technischen Universität Berlin hat das Projekt wissenschaftlich
begleitet.