Eine repräsentative Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) soll einen Überblick über Kosten und Leistungs-
struktur in deutschen Arztpraxen liefern. Dazu werden ab Mitte Februar 2010 rund 7.000 Praxen in Deutschland stichprobenartig ausgewählt und angeschrieben.
Diese Studie (Zi-Praxis-Panel, kurz Zi-PP) soll geeignet sein, die Veränderung
der Investitions- und Betriebskosten der Vertragsarzt- und Therapeutenpraxen
sowie deren regionale Unterschiede in den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen
geltend zu machen.
In Berlin bekommen voraussichtlich 800 Praxen aller Fachgruppen in einer ersten
Welle ab Mitte Februar Post vom ZI. Wenn viele Praxen antworten, fällt
die Anzahl der in der zweiten Welle angeschriebenen Praxen geringer aus: Insgesamt
sollten ca. 400 Praxen aus Berlin im Panel vertreten sein. Das entspricht etwa
fünf Prozent der insgesamt 7.000 Praxen. Die Ergebnisse wird das ZI im
Juni der Kassenärzt-
lichen Bundesvereinigung (KBV) übergeben, damit die Daten in die Honorarverhandlungen
für 2011 einfließen können. Daher ist es nötig, die Fragebögen
innerhalb der angegebenen Frist an die externe Vertrauensstelle zurückzusenden.
Diese wertet die Angaben anonym aus.
Der Vorstand der KV Berlin bittet alle Berliner Ärzte und Psycho-
therapeuten, die einen Erhebungsbogen vom ZI zugeschickt bekommen, sich an der
Studie zu beteiligen. Mit dieser Befragung kann ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung
der Vergütungssituation geleistet werden.
Der Erhebungsbogen des ZI enthält u. a. Fragen zur Personalaus-
stattung, zu den in der Praxis vorhandenen medizinisch-technischen Geräten
und zur Arbeitszeit der Praxisinhaber und deren Mitarbeiter. Für die Beantwortung
der Fragen benötigt der Arzt bzw. Psychothe-
rapeut ca. eine Stunde Zeit. Einige Fragen müssen zudem vom Steuerberater
der Praxis beantwortet werden. Für vollständig ausgefüllte Fragebögen
werden die Teilnehmer mit € 200 entschädigt. Die Auszahlung erfolgt
über die Vertrauensstelle.
Die Befragung im Rahmen des Zi-PP ist bundesweit die erste dieser Art und Größenordnung.
Mit ihr sollen Basisdaten gewonnen und ein nach Fachgruppen und Regionen repräsentativer
Panel über rund 7.000 Praxen mit einer langfristigen Perspektive aufgebaut
werden. Ziel ist der Aufbau eines Informationssystems, das transparente und
wirtschaftlich belastbare Erkenntnisse über die Entwicklung der Kosten-
und Leistungsstruktur in der vertragsärztlichen Versorgung liefert. Dazu
sollen die Befragungen regelmäßig in jährlichen Abständen
wiederholt werden.
Zurück zur Themenübersicht
(Quelle: KV Berlin)