Problem Krankenhauseinweisung:
Einweisung plus Überweisung, Spezialsprechstunden, doppelte Einweisung...

Der Vertragsarzt, so formuliert ein aktueller Beitrag mit dem Titel "In der Grauzone" aus dem KVH-Journal 6/12 der KV Hamburg, ist der Lotse im Gesundheitssystem - er entscheidet, wann eine stationäre Aufnahme eines Patienten angezeigt ist.

Krankenhäuser sind hingegen grundsätzlich und bis auf Ausnahmen nicht für die ambulante Versorgung zugelassen. Soweit, so eindeutig und klar, sollte man meinen. Die KV Hamburg hat sich jedoch unter den Vertragsärzten umgehört und feststellen müssen, dass diese immer wieder von ihren Patienten gebeten werden, unzulässige Einweisungen oder Überweisungen auszustellen. Warum das? Verantwortlich, so der Artikel, sind offenbar Krankenhausmitarbeiter, die sich nicht an die Spielregeln halten.
Drei problematische Varianten des Umgangs mit Einweisungen und Überweisungen kommen nämlich wohl immer wieder vor:

  • Neben einer Einweisung wird vom Krankenhaus zusätzlich eine – unzulässige – Überweisung gefordert;
  • Krankenhäuser bieten auch nach und außerhalb einer stationären Aufnahme Spezialsprechstunden als klar erkennbare ambulante Versorgung an, für die der Vertragsarzt keine Einweisung ausstellen darf;
  • ein Krankenhaus fordert einen zweiten Einweisungsschein an, wenn die Aufnahme nicht innerhalb der vorgesehenen Frist nach einer prästationären Behandlung erfolgt – diesen darf der Vertragsarzt jedoch nicht ausstellen, da die Einweisung grundsätzlich gültig ist, bis der Behandlungsfall durch das Krankenhaus abgeschlossen ist.

Den Artikel des KVH-Journals 6/12 finden Sie auf den Internetseiten der KV Hamburg.

Hinweise der KV Berlin
a) zu den im Artikel eingebundenen grauen Kästen auf Seite 6 und 7:

1. Soweit die Hamburger für die Hochschulambulanzen des Universitätsklinikums Eppendorf eine Überweisung fordern, sieht die Berliner Vertragslage anders aus. Die Hochschulambulanzen der Charité können nach dem Vertrag der KV Berlin (§2) unmittelbar – auch ohne Überweisung – in Anspruch genommen werden.
2. Die Zulassung von Krankenhäusern nach § 116b SGB V erfolgt nach dem GKV-VStG nunmehr durch den Landesausschuss.
b) zu den auf S. 5 des Hamburger Artikels genannten Fristen:
§ 115 a Abs. 2 SGB V enthält für die prä- und poststationäre Behandlung unterschiedliche Fristen. Für die nachstationäre Behandlung sind dies, wie im Artikel der KV Hamburg angegeben, 14 Tage. Diese Frist kann jedoch im Einvernehmen mit dem einweisenden Arzt verlängert werden. Für die prästationäre Behandlung ist die Frist mit fünf Tagen deutlich kürzer.

 

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(Quelle: KV Berlin)

Aktuell

Praxisinformation Juli 2012:
Wann können Vertragsärzte ins Krankenhaus überweisen?
(PDF, 35 KB [1 Seite])

Hinweisblatt von Vertragsärzten zur Weitergabe an Krankenhäuser:
Warum der Patient keine Einweisung/Überweisung vorlegen kann
(PDF, 240 KB [1 Seite])
Diese Informationen wurden freundlicherweise von der KV Hamburg zur Verfügung gestellt und von der KV Berlin inhaltlich und regional bearbeitet.

Patienteninformation:
Einweisung oder Überweisung ins Krankenhaus – Was ist der Unterschied?
(PDF, 32 KB [1 Seite])
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