eGK - Die elektronische Gesundheitskarte

eGK  Sandra Koch Musterfrau 101x64 Seit dem 01.10.11 geben die Krankenkassen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) an ihre Versicherten aus. Die eGK wird in diesem ersten Schritt, dem so genannten eGK-Basisrollout, lediglich die heutige Krankenversichertenkarte (KVK) ersetzen. Neben dem Bild des Versicherten enthält die eGK im Wesentlichen zunächst die Daten, die auch auf der alten Krankenversichertenkarte gespeichert sind. Erste "richtige" Online-Anwendungen (wie Notfalldaten und elektronischer Arztbrief) werden erst zu einem späteren Zeitpunkt und nach erfolgreich durchgeführten Tests und einer bundesweiten Freigabe folgen.

Elektronische Gesundheitskarte ab 1. Januar 2015

Ab dem 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die alte Krankenversichertenkarte (KVK) wird damit endgültig abgeschafft. Gesetzlich krankenversicherte Patienten können dann ausschließlich mit der eGK den Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sowie der GKV-Spitzenverband verständigt. Für Patienten ohne eGK gelten damit die üblichen Regelungen des Bundesmantelvertrages (BMV-Ä) für Patienten ohne Versicherungsnachweis, selbst wenn sie noch eine gültige KVK vorlegen.

Anspruch auf kassenärztliche Behandlung haben Versicherte danach nur, wenn sie ihre Anspruchsberechtigung durch eine eGK oder durch einen anderen gültigen Anspruchsnachweis belegen können. Der Patient muss die eGK oder den Anspruchsnachweis vor jeder ersten Inanspruchnahme im Quartal vorlegen, eine Überweisung ersetzt das nicht automatisch. Vorläufige Anspruchsnachweise der Krankenkassen sind häufig nur für einen oder wenige Tage gültig. Der Arzt ist berechtigt, die Behandlung eines Versicherten, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, abzulehnen, sofern keine gültige eGK oder Anspruchsberechtigung vorliegt.
Dies gilt jedoch nicht bei Notfällen.

Der Arzt darf von einem Versicherten eine privatärztliche Vergütung fordern, wenn die eGK vor der ersten Inanspruchnahme im Quartal nicht vorgelegt worden ist, beziehungsweise ein anderer gültiger Anspruchsnachweis nicht vorliegt und nicht innerhalb einer Frist von zehn Tagen nach der ersten Inanspruchnahme nachgereicht wird. Die Vergütung ist zurückzuzahlen, wenn dem Arzt bis zum Ende des Quartals eine gültige eGK oder ein anderer gültiger Anspruchsnachweis vorgelegt wird.

Fehlt bei der Inanspruchnahme der Versicherungsnachweis oder die eGK, dann ist für Verordnungen auf dem entsprechenden Vordruck anstelle der Kassenangabe der Vermerk "ohne Versicherungsnachweis" anzubringen. Werden Rezepte mit alten Daten der KVK bedruckt, sind Regressanträge der Kassen möglich. Die KBV hat eine Praxisinformation mit unterschiedlichen Fallbeispielen veröffentlicht.

KVK verliert Gültigkeit auch für im Ausland krankenversicherte Personen

Ausländische Bürger, die in Deutschland wohnen und aufgrund eines Anspruchsnachweises aus einem EU- beziehungsweise EWR-Staat, der Schweiz oder einem Abkommensstaat bei einer deutschen Krankenkasse eingeschrieben sind (sog. Wohnortfälle), erhalten ebenfalls eine eGK. Auch sie dürfen die alte Krankenversichertenkarte nur noch bis zum 31. Dezember 2014 verwenden.

Die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland (DVKA) hat bereits im März 2012 einen entsprechenden Hinweis an die Krankenkassen versandt. Somit ist davon auszugehen, dass (fast) alle diese Personen eine elektronische Gesundheitskarte erhalten haben. Auch für sie gelten die allgemeinen Regelungen zur eGK, dass Versicherte bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres, Versicherte deren Mitwirkung bei der Erstellung des Lichtbildes nicht möglich ist (z.B. bettlägerige Personen) und Personen, bei denen sich Gründe aus der grundrechtlich geschützten Glaubens- und Gewissensfreiheit ergeben, vom Erfordernis eines Lichtbilds ausgenommen sind.

Die Krankenversichertenkarte ist somit ab dem 1. Januar 2015 ausschließlich für die Sonstigen Kostenträger und Versicherte der privaten Krankenversicherungen ein gültiger Leistungsnachweis. Alle anderen Versicherten können dann nur noch mit der eGK einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen oder müssen die Leistungen privat bezahlen.


Praxisverwaltungssysteme/ -software (PVS)

Ab 1. Januar 2015 wird die alte KVK für GKV-Kostenträger nicht mehr von der Praxisverwaltungssoftware akzeptiert und kann deshalb auch nicht mehr eingelesen werden.

Die technische Umstellung auf das eGK-Datenformat und die damit verbundene neue Bedruckung des Personalienfeldes macht eine Anpassung der PVS erforderlich. Stichtag für die technische Umstellung auf das eGK-Datenformat war der 1. Oktober 2014.

Hinweis: Für die Bedruckung des Personalienfeldes muss die Schriftart Courier beziehungsweise Courier New verwendet werden. Die Zeichendichte ist mit 10 Zeichen/Zoll definiert, das entspricht der Schriftgröße 12. Eine Änderung dieser Schriftart für das Personalienfeld ist nicht erlaubt. Die konkreten Vorgaben sind in der Technischen Anlage zur Anlage 4a des Bundesmantelvertrages enthalten.

KBV zertifiziert PVS-Anbieter – bei der Mehrheit erfolgreich abgeschlossen

Seit Mai 2014 läuft die Zertifizierung aller Praxisverwaltungssysteme. Sie soll sicherstellen, dass die geänderten Schnittstellen in den EDV-Verfahren von den Softwarehäusern korrekt umgesetzt werden. Die große Mehrheit der Softwarehäuser hat diese Zertifizierung bereits erfolgreich abgeschlossen. Welche PVS das Zertifizierungsverfahren bestanden haben, hat die KBV in der "Zulassungsliste KVK-Ablösung" veröffentlicht. Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie nur zertifizierte Produkte verwenden dürfen.

PVS-Anbietern ohne Zertifizierung wurde zum 1. Oktober 2014 die Zulassung entzogen, da nicht sichergestellt ist, dass die Personalienfelder der Formulare korrekt bedruckt werden. Das hätte zur Folge, dass die Formulare in Laboren, Apotheken und anderen weiterverarbeitenden Stellen ggf. nicht akzeptiert würden. Ebenso wären Probleme mit fehlerhaften Abrechnungen zu erwarten.


Lesegeräte

Der Arbeitsablauf in der Arztpraxis beim Einlesen der neuen eGK ist der gleiche wie beim Einlesen der KVK. Um zu gewährleisten, dass die eGK von den Lesegeräten erkannt wird, erfolgte in den Praxen bereits in den vergangenen Jahren die Umstellung auf neue Lesegeräte (Kartenterminals). Von welchem Hersteller ein Gerät bezogen wird, entscheiden Sie allein! Eine allgemeine Beschreibung der verschiedenen Gerätetypen und deren Eigenschaften finden Sie hier.

Eine ausführliche und bebilderte Übersicht über alle zertifizierten Geräte, deren Preise und Anwendungen gibt es auf der Internetseite der KV Telematik ARGE www.kv-telematik.de. Dort findet man auch die Bezugsadressen der Hersteller. Die Anbieter der Praxisverwaltungssysteme (PVS) informieren ebenfalls über Lesegeräte und/oder bieten sie selbst an. Welches Gerät für eine Praxis das richtige ist, hängt von den Anforderungen, der Struktur und den technischen Gegebenheiten der jeweiligen Praxis-IT ab. Wichtig ist, dass die Lesegeräte (Kartenterminals) mit der verwendeten Praxissoftware kompatibel sind. Dafür sollte ggf. der Anbieter der verwendeten Praxissoftware kontaktiert werden.

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Service-Centers der KV Berlin gerne telefonisch zur Verfügung.

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