Vor genau einem Jahr tagten die Stabsstelle Patientenorientierung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärzt-
liche Vereinigung Berlin (KV Berlin) in Koopera-
tion mit Patientenorganisationen und Berufsver-
bänden erstmals gemeinsam zum Thema Demenz. Bereits damals haben die Kooperationspartner darauf hingewiesen, dass die familiäre Betreuung demenzkranker Menschen schwieriger werden wird. Es wurde engagiert diskutiert, wie man Angehörige durch neue Strukturen bzw. sektor- und berufsgruppenübergreifende Netzwerke und mehr Koordination der Versorgung besser entlasten kann . Einig war man sich, dass Angehörige Hilfe brauchen.
Daher stehen in diesem Jahr Strategien für die gemeinsame Versorgung
demenzkranker Patienten im Fokus: Wie sage ich die Diagnose dem Patienten und
seinen Angehörigen? Wie können wir Menschen unterstützen, die
ihre Angehörigen zuhause versorgen? Welche Optionen gibt es für eine
angemessene Pflege und Betreuung in Heimen für demenzkranke Bewohner? Was
kann man tun, um Demenzen vorzubeugen? Und wie sieht es aus, wenn neben einer
Demenz noch andere Krankheiten bestehen?
Die gemeinsame Fachtagung der KBV und der KV Berlin am 25. September 2010 in
Berlin möchte die Diskussion des Vorjahres beleben und die Möglichkeit
bieten, Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen. Die Veranstaltung findet
in Kooperation mit der Deutschen sowie der Berliner Alzheimer Gesellschaft e.
V. und dem Verein Berliner Nervenärzte e. V. statt. Sie ist mit 6 Fortbildungspunkten zertifiziert.
Programm der Fachtagung
10.00 Begrüßung
Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der KBV
Dr. Angelika Prehn, Vorstandsvorsitzende der KV Berlin
10.30 Multimorbidität und Demenz
Prof. Dr. Ralf Ihl, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie des Alexianer-Krankenhauses,
Krefeld
11.00 Demenz aus Angehörigensicht
Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
e. V., Berlin
11.30 Demenz in der ambulanten Versorgung
PD Dr. Gereon Nelles, Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie,
Köln
12.00 Diskussion
12.30 Imbiss
13.15 – 15.15 Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen
A R B E I T S G R U P P E 1
Diagnose Demenz: „Wie sage ich es meinem Patienten?“
Referenten: Angelika Fuls, stellv. Vorsitzende
der Alzheimer
Gesellschaft Berlin e. V., Berlin
Dr. Thomas Georgi, Facharzt für Allgemeinmedizin,
Berlin
Moderation: Sabine Jansen, Deutsche Alzheimer Gesellschaft
e. V.,
Berlin
Inhalte: Die
Mitteilung der Diagnose Demenz erfordert von den
behandelnden
Ärzten ein großes Einfühlungsvermögen
und
stellt sie vor die Frage: Wie sage ich es nun dem
Patienten und seinen Angehörigen? Gibt es für diese
Situation eine Handlungsempfehlung? Von welchen
Erfahrungen – seitens der Patienten und ihren
Angehörigen – können Ärzte profitieren?
A R B E I T S G R U P P E 2
Prävention bei Demenz
Referenten: Dr. Stephan Franzen, Facharzt für Nervenheilkunde,
Berlin
Angelika
Grieger-Schwarz, Praktische Ärztin, Berlin
Moderation: Alexandra-Corinna Rieger, KV Berlin
Inhalte: Kann
man etwas tun, um Demenzen vorzubeugen?
Und
wenn ja: Was? Gibt es medikamentöse bzw.
nichtmedikamentöse
Therapien, um den Verlauf einer
Demenz zu beeinflussen und damit die Selbststän-
digkeit
der Patienten länger zu erhalten? Wie sieht
die
Studienlage dazu aus und wie validiert bzw.
evidenzbasiert
sind diese Studien? Der
nicht-schulmedizinische
Aspekt soll dabei ebenso
Gehör
finden: Inwieweit kann man z. B. durch
Ernährung einem Voranschreiten von Demenz
begegnen
oder gar einer Erkrankung vorbeugen?
Thema ist auch, ob und wie sich Risikofaktoren
einer Demenz behandeln lassen.
A R B E I T S G R U P P E 3
Betreuung und Pflege demenzkranker Menschen in Heimen
Referenten: Dr. Gerd Benesch, Facharzt für Nervenheilkunde,
Berlin, und Vorsitzender des Vereines
Berliner Nervenärzte e.V.
Dr.
Claus-Michael Richter, Facharzt für Innere Medizin,
Berlin
Moderation: Dr. Adela Litschel, KBV
Inhalte: In Zukunft
wird nicht nur der Anteil von Menschen mit
Demenz
zunehmen, auch das soziale Gefüge wird sich
ändern:
So wird es immer mehr Singles unter den
alten
Menschen geben. Und wenn es Angehörige gibt,
leben
diese oftmals an anderen Orten und können die
Erkrankten nicht
dauerhaft betreuen bzw. pflegen.
Aber
wer übernimmt die Pflege dann? Sind die
vorhandenen
Pflegeheime auf diese Patientengruppe
vorbereitet?
Welche Möglichkeiten gibt es, demenz-
kranke
Patienten auch in Heimen gut ärztlich zu ver-
sorgen,
zu betreuen und zu pflegen?
A R B E I T S G R U P P E 4
Wege und Möglichkeiten der Betreuung und Pflege demenzkranker
Menschen zu Hause
Referenten: Christa Matter, Alzheimer Gesellschaft Berlin
e. V.
Annette
Richert, Oberärztin Krankenhaus Hedwigshöhe,
Klinik
für Psychiatrie und Psychotherapie,
Funktionsbereich Gerontopsychiatrie, Berlin
Moderation: Klaus Balke, KBV
Inhalte: Was können
wir tun, damit Demenzkranke möglichst
lange
zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung versorgt
werden
können? Welche Pflegeangebote und weiteren
Unterstützungsmöglichkeiten
gibt es? Können pflegen-
de
Familienangehörige oder Freunde entlastet werden?
Gibt
es bereits sektor- und berufsgruppenübergreifen-
de
Netzwerke, die die familiäre Pflege unterstützen?
15.30 – 16.30 Plenum – Vorstellung und Diskussion der
Arbeitsgruppenergebnisse
Gesamtmoderation: Reinhold Schlitt, Berlin (freier Journalist)
Organisation und Kontakt
Kassenärztliche Bundesvereinigung
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Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit |
Herbert-Lewin-Platz 2
10623 Berlin
Tel.: (030) 4005-1083
Fax: (030) 4005-1081
E-Mail: Patiententagung@kbv.de |
Masurenallee 6A
14057 Berlin
Tel.: (030) 31003-681
Fax: (030) 31003-210
E-Mail: kvbe@kvberlin.de |
(Quelle: KV Berlin)