31 00 31 bleibt bestehen
Unter der Berliner Telefonnummer 31 00 31 können in Berlin Patienten
mit starken Beschwerden Tag und Nacht einen Hausbesuch anfordern. Dies ist bundesweit
einmalig und wird vor allem über die Wochenenden und an Feiertagen oft in Anspruch
genommen. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) der KV Berlin, der von Berliner
Vertragsärzten erbracht und über die Leitstelle der KV Berlin vermittelt wird,
funktioniert seit Jahren sicher und zuverlässig. Daran wird sich durch den Projektstart
und die Einführung der Einheitlichen Bereitschaftsdienstnummer 116 117 (voraussichtlich
ab Mitte April 2012) auch nichts ändern. Nach wie vor behält die allseits
bekannte Nummer 31 00 31 in Berlin ihre Gültigkeit.
Auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten sind niedergelassene Ärzte überall in
Deutschland für die Patienten im Einsatz. Sie beteiligen sich am Ärztlichen
Bereitschaftsdienst, mit dem sichergestellt ist, dass Patienten im Krankheitsfall
auch abends, an Feiertagen und am Wochenende einen niedergelassenen Arzt kontaktieren
können. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) möchte diesen Service für
Patienten noch komfortabler gestalten. So wird es ab Mitte April 2012 eine deutschlandweit
einheitliche Telefonnummer geben, über die Patienten an den jeweils zuständigen
Bereitschaftsdienst weitergeleitet werden: die 116 117. Andere
europäische Länder haben bereits signalisiert, die Nummer ebenfalls einführen
zu wollen.
In Berlin hält sich der Umstellungsaufwand jedoch in Grenzen: Hier laufen alle Anrufe in der KV-Leitstelle in der Masurenallee unter der stadtweit bekannten Rufnummer
31 00 31 zusammen. Durch die Einführung der neuen, einheitlichen Bereitschaftsdienstnummer kommt eine neue Möglichkeit hinzu. Auch nach Einführung der neuen Rufnummer 116 117 wird die jeweils gültige regionale Bereitschaftsdienstnummer (in Berlin die 31 00 31) beibehalten.
Die Patienten können also wie gewohnt ihre vertraute Nummer wählen. Der Vorteil: Patienten, die seit vielen Jahren an die "alte" Rufnummer gewöhnt sind, müssen sich nicht umstellen, während andere Anrufer, aber auch Besucher der Stadt, die dann mögliche 116 117 wählen können und ebenfalls zu einem der Arbeitsplätze in der ÄBD-Leitstelle gelangen.
Für den Anrufer soll die zukünftig bundesweit einheitliche Bereitschaftsdienstnummer einen unkomplizierten Service bieten. Im Hintergrund läuft jedoch ein komplexer technischer Prozess ab. Das neue Rufsystem setzt auf Rufnummernerkennung: Wer beispielsweise aus dem Festnetz anruft und seine Rufnummer nicht "unterdrückt", kann – wie bei Polizei und Feuerwehr – anhand dieser Nummer räumlich zugeordnet und an seinen nächstgelegenen Bereitschaftsdienst weitergeleitet werden. Bei Handys sind Standortermittlungen in der Regel ebenfalls unkompliziert möglich. In allen anderen Fällen werden die Anrufer in einem von zwei vorgesehenen Call-Centern unter der Verantwortung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) landen, wo nach Klärung des jeweiligen Standortes zur nächstgelegenen Stelle weiterverbunden wird.
Den Anstoß für dieses Mammutprojekt gab vor vielen Jahren die KV Brandenburg, die das Vorhaben auf Bundesebene mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorangetrieben hat. Je nach Region wird die Umstellung zu einer großen logistischen Herausforderung für die KVen werden. So müssen in allen Flächenländern viele unterschiedliche Versorgungsangebote erfasst werden, um den hilfesuchenden Anrufer an den für ihn zuständigen
Bereitschaftsdienst weiterleiten zu können. Dabei dürften die sehr unterschiedlichen Strukturen der einzelnen Bereitschaftsdienste in den Regionen, teils in Kooperation mit Dritten, große Probleme bereiten.
Nicht so jedoch in Berlin, das bereits seit vielen Jahren auf einen flächendeckenden, einheitlichen Ärztlichen Bereitschaftsdienst setzt, der gut eingespielt ist und jedes Jahr Tausende von Patienten behandelt.
(Quelle: KV Berlin)