Qualitätszirkel

In Qualitätszirkeln schließen sich Ärzte und Psychotherapeuten zusammen, um die eigene Behandlungspraxis kritisch zu analysieren und die Patiententherapie zu verbessern. Mit der stringenten Organisation, dem strukturierten Ansatz und den klaren Zielvorgaben gehen Qualitätszirkel weit über Gesprächsrunden oder "Ärztestammtische" hinaus. Sie sind somit ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung.

Qualitätszirkel werden eigenverantwortlich von Ärzten und Psychotherapeuten konzipiert, organisiert und umgesetzt. Die KV Berlin prüft das Thema, den organisatorischen Rahmen und die formalen Vorgaben. Die Liste der Qualitätszirkel ist in den vergangenen Jahren stetig länger geworden; monatlich kommen zahlreiche neue hinzu. 

Von der KV Berlin werden 90 Zirkel pro Jahr finanziell unterstützt, bei 45 zahlt sie auch die Ausbildung der Moderatoren.

Merkmale von Qualitätszirkeln

Qualitätszirkel zeichnen sich zusammenfassend durch folgende Merkmale aus:

  • freiwillige Gründung und Teilnahme
  • selbstgewählte Themen
  • Dauer von einem Jahr oder länger
  • 6 bis 10 Sitzungen
  • 8 bis 15 Teilnehmer
  • 3 Fortbildungspunkte pro Sitzung für Teilnehmer
  • 4 Fortbildungspunkte für Moderatoren
  • Zertifikat beim Besuch von mehr als der Hälfte der Veranstaltungen
  • Evaluation der Ergebnisse

Berliner Modell der Qualitätszirkel

Das so genannte "Berliner Modell", das die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin 2001 mit dem Institut für Gesundheit und Sozialforschung (IGES) konzipiert hat, basiert auf einem Vier-Stufen-Plan, bei dem die Therapiepraxis anhand von Checklisten evaluiert wird. Darin werden der Ist- und der Soll-Zustand der medizinischen Versorgung analysiert und die daraus gewonnnen Erkenntnisse in nachprüfbaren Leitlinien festgeschrieben:

  • Festlegen von Qualitätsstandards: Die Ärzte verständigen sich zunächst über Qualitätsstandards in einem bestimmten Indikationsgebiet.
  • Checklisten-Einsatz: Mit Kurzfragebögen, so genannten „Checklisten“, führen die Beteiligten eine Erhebung des Ist-Zustands ihrer Behandlungsqualität durch. Diese werden ausgewertet, inwiefern es in der Behandlung noch Verbesserungsbedarf gibt. Die Ergebnisse werden auch in anonymisierten Qualitätszirkel-Reports verarbeitet.
  • Auswertung: Auf dieser Grundlage diskutieren die Beteiligten Stärken und Schwächen ihrer Behandlung und suchen nach Problemlösungen.
  • Evaluation: Nach mehreren Monaten folgt eine zweite Erhebung, anhand derer die Beteiligten überprüfen können, ob und wie sich die Qualität ihrer Arbeit verbessert hat.

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(Quelle: KV Berlin)

Praxis-Service Qualitätszirkel

Antragsformular
(PDF, 90 KB) [3 Seiten]

Regelung über die Struktur und Arbeitsweise von Qualitätszirkeln
[Stand: 02.07.2009]
(PDF, 63 KB) [8 Seiten]

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