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Ab wann gilt das
Qualitätsmanagement in Arztpraxen?
Muss jeder Arzt ein Qualitätsmanagement
einführen und umsetzen?
Müssen Ärzte bestimmte Fristen beachten?
Welchen Zweck hat das Qualitätsmanagement?
Ist ein bestimmtes Qualitätsmanagement-System
vorgeschrieben?
Wie sollen sich Ärzte und Psychotherapeuten
die Einführung des Qualitätsmanagements konkret vorstellen?
Wie unterstützt die KV Berlin Ärzte und
Psychotherapeuten bei der Einführung und Umsetzung des Qualitätsmanagements?
Müssen Ärzte von sich aus die Einführung
eines Qualitätsmanagement-Systems nachweisen?
Sollten Ärzte und Psychotherapeuten auch
Qualitätsmanagement-Seminare besuchen?
Ab wann gilt das Qualitätsmanagement in Arztpraxen?
Die Bundesregierung hat mit der Gesundheitsreform 2004 alle niedergelassenen
Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, vom 1. Januar 2006 an ein
praxisinternes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen. Die QM-Richtlinie des
Gemeinsamen Bundesausschusses, eines Gremiums aus Krankenkassen- und
Ärztevertretern, regelt den Zeitrahmen sowie die grundsätzlichen Anforderungen
und Inhalte. nach oben
Muss jeder Arzt ein Qualitätsmanagement einführen
und umsetzen?
Alle niedergelassenen Vertragsärzte, psychologischen Psychotherapeuten und
Medizinischen Versorgungszentren in Deutschland müssen das QM innerhalb von
vier Jahren einführen und umsetzen. Auch wer als Arzt ermächtigt ist und in
einem Krankenhaus in einem Bereich arbeitet, in dem noch kein QM-System
eingebettet ist, muss sich daran beteiligen – ebenso Ärzte, die innerhalb der
nächsten zwei Jahre in den Ruhestand gehen. Auf diese Weise können sie den
Wert ihrer Praxis steigern, ihre Praxen für eventuelle Nachfolger attraktiver
gestalten und diese ihnen auf einem zeitgemäßen medizinischen Niveau
übergeben. Ausreichend ist dabei, wenn pro Praxis ein QM-System zum Einsatz
kommt. Die beteiligten Ärzte setzen dann gemeinsam ein QM-System um. nach
oben
Müssen Ärzte bestimmte Fristen beachten?
Die Einführung des Qualitätsmanagements gliedert sich in drei Phasen: In
der "Planungsphase" haben Ärzte zunächst zwei Jahre lang Zeit, das
QM für ihre Praxis vorzubereiten und einzuführen. Während der anschließenden
"Umsetzungsphase" in den folgenden zwei Jahren wenden sie das QM an.
Nach einem weiteren Jahr, der "Überprüfungsphase", müssen sie den
Stand der Umsetzung danach bewerten, inwiefern sie ihre Ziele erreicht haben.
Diese Dokumentation wird von der KV durch eine bis zum ersten Quartal 2007
einzurichtende QM-Kommission geprüft. Wenn ein Arzt dieser Verpflichtung nicht
rechtzeitig nachkommen kann, braucht er jedoch keine berufsrechtlichen
Konsequenzen zu fürchten. Sanktionen sind nicht vorgesehen. nach
oben
Welchen Zweck hat das Qualitätsmanagement?
Durch internes Management soll die medizinische Versorgung sichergestellt und
weiterentwickelt werden. Ziel des Qualitätsmanagements ist es, Praxisabläufe
nach fachlichen Standards zu optimieren und effizienter zu gestalten. Das reicht
von der Optimierung der Terminvergabe bis hin zur Erstellung und Überprüfung
des Notfallplans. Damit hilft das praxisinterne Qualitätsmanagement, die
bestehende Qualität ständig weiterzuentwickeln und ist ein zusätzlicher
Garant dafür, dass medizinische Leistungen in hoher Qualität erbracht werden.
Die medizinischen und organisatorischen Abläufe in einer Praxis sollen durch
das QM insgesamt transparenter werden. nach oben
Ist ein bestimmtes Qualitätsmanagement-System
vorgeschrieben?
Nein, ein bestimmtes QM-System ist für Praxen gesetzlich nicht
vorgeschrieben. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sich lediglich auf die
Inhalte und grundsätzlichen Anforderungen für ein QM-System beschränkt. Die
Ärzte besitzen große Freiräume, jede Praxis kann sich für ein QM-System
ihrer Wahl entscheiden.
Ein QM-System muss die Bereiche „Patientenversorgung“ und „Praxisführung“
abdecken. Bei der Patientenversorgung soll die medizinische Versorgung unter
anderem den fachlichen Standards und Leitlinien auf aktuellem Forschungsstand
entsprechen. Bei der Praxisführung geht es darum, neben regelmäßiger
Mitarbeiterfortbildung auch Terminplanung, Datenschutz, Hygiene sowie die
Kooperation mit Nahtstellen der medizinischen Versorgung – etwa Apotheken oder
Physiotherapeuten – zu fördern. Außerdem nennt die QM-Richtlinie
unterschiedliche Instrumente, die in der Praxis etabliert und genutzt werden
sollen. nach oben
Wie sollen sich Ärzte und Psychotherapeuten die
Einführung des Qualitätsmanagements konkret vorstellen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, das QM in die eigene Praxis einzubetten.
Anfangs legt der Arzt Qualitätsziele für seine Praxis fest, wie er sie intern
überprüfen und falls erforderlich anpassen kann. Dazu setzt er verschiedene
QM-Instrumente ein, zum Beispiel Checklisten über interne Praxisabläufe,
Flussdiagramme oder ein Organigramm. Zum regelmäßigen Abgleich und Ausbau des
QM benennt jede Praxis einen QM-Verantwortlichen, der in der Regel der
Praxisinhaber, aber auch jeder andere Praxismitarbeiter sein kann. nach
oben
Wie unterstützt die KV Berlin Ärzte und
Psychotherapeuten bei der Einführung und Umsetzung des Qualitätsmanagements?
Bereits seit Sommer 2005 hat die KV Berlin eine QM-Hotline (Kontakt über das
Service-Center unter 030 / 31 003 - 999) eingerichtet, an die sich Ärzte und
Psychotherapeuten bei Fragen rund um das Qualitätsmanagement wenden können.
Aktuelle Informationen zum Thema Qualitätsmanagement finden Ärzte außerdem im
Internet der KV Berlin sowie im KV-Blatt. Daneben unterstützt die KV Berlin
auch finanziell Qualitätszirkel zum Thema QM.
Außerdem bietet die KV Berlin seit Februar 2006 Info-Seminare über das QM
im niedergelassenen Bereich an, in denen neben einer allgemeinen Einführung
auch die Inhalte der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und
verschiedene QM-Systeme vorgestellt werden. Einige Seminarinhalte können auch
im Internet der KV Berlin nachgelesen werden.
Der Vorstand der KV Berlin hat beschlossen, ihre Ärzte und Psychotherapeuten
bei der Einführung des QM zu unterstützen und zwar mit dem gemeinsam von der
KBV und den KVen entwickelten QM-System „QEP® – Qualität und Entwicklung in
Praxen“. In regelmäßigen Abständen bietet die KV Berlin anderthalbtägige Einführungsseminare
zu QEP® mit lizenzierten Trainern an.
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Müssen Ärzte von sich aus die Einführung eines
Qualitätsmanagement-Systems nachweisen?
Nein. Die noch einzurichtende QM-Kommission fordert ab dem ersten Quartal 2007
in einer jährlichen Stichprobe 2,5 Prozent der Arztpraxen auf, den Einführungs-
und Entwicklungsstand ihres QM-Systems schriftlich anzugeben. Falls daraus hervorgeht,
dass verglichen mit der Richtlinie der Einführungsstand noch nicht erfolgt ist,
berät die QM-Kommission in einem kollegialen Gespräch mit dem Arzt Schritte,
wie er in einem gemeinsam festgelegten Zeitraum den erforderlichen Stand erreichen
kann. Außerdem erstellt die KV jährlich einen Bericht über den Einführungsstand
im Bezirk.
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Sollten Ärzte und Psychotherapeuten auch
Qualitätsmanagement-Seminare besuchen?
Das steht ihnen frei. Es ist es jeder Praxis anzuraten, sich je nach
Zeitressourcen Wissen und Grundlagen über das QM anzueignen. Jede Praxis kann
für sich entscheiden, wie sie sich das Wissen und die Grundlagen des QM
aneignet, entweder autodidaktisch – oder in einem Qualitätszirkel oder
QM-Seminar. nach oben