Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin vertritt die Interessen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten seit ihrer Grün-
dung 1955. Seit einigen Jahren entwickelt sie sich mehr und mehr zu einem modernen Dienstleister für ihre Mitglieder.
Interessenvertretung in wechselhaften Zeiten
Die Wurzeln der Kassenärztlichen Vereinigungen reichen zurück in die Weimarer
Republik (1918-1933). 1931 wurde sie per Notverord-
nung ins Leben gerufen, um das so genannte Einzelvertragssystem zu beenden.
Jeder Arzt musste allein und für sich das Honorar mit jeder Krankenkasse aushandeln.
Dies hatte häufig wegen sinkender Arzthonorare zu Unmut und Streiks unter den
Ärzten geführt. Wie sich die KV in den vergangenen 50 Jahren entwickelt hat,
zeigt die Geschichte der KV Berlin.
Forschungsprojekt beleuchtet Rolle der KV im Dritten Reich
Die KV Berlin setzt sich aktiv mit ihrer Rolle im Dritten Reich ausein-
ander. Ein bundesweit getragenes Forschungsprojekt
hat sich seit 2002 damit beschäftigt, wie die damalige Berliner
Dependance der Kassenärztlichen Vereinigung mit den Nationalsozialisten koope-
rierte. Die Lebensläufe und Schicksale jüdischer Kassenärzte wurden erstmals
erfasst und in einem Gedenkbuch dargestellt.
Bereits am 29.09.2008 und damit unmittelbar vor dem 70. Jahrestag des Approbationsentzugs
für jüdische Ärzte im Jahr 1938 wurde eine Lichtinstallation
an der Eingangsfront des KV-Gebäudes in Betrieb ge-
nommen. Sie erinnert an die während der Naziherrschaft zwischen 1933 und
1945 ermordeten und vertriebenen jüdischen Berliner Kassenärzte. Dargestellt
werden die Namen der Opfer und Texte zum Anliegen der KV in deutscher und hebräischer
Sprache. [mehr...]
(Quelle: KV Berlin)