Geschichte der KV Berlin (Teil 1)

Die 50er und 60er Jahre - Neuanfang im Wirtschaftswunder

Kriegsende 1945: Alle NS-Organisationen, auch die "Verwaltungsstelle Groß-Berlin der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands", sind aufgelöst. Es ist die Stunde Null. Die Kassenärzte fangen an, ihre Selbstverwaltung wieder aufzubauen. Der vorläufige Name ihrer Verwaltungsstelle ist: "Vereinigung der Sozialversicherungsärzte von Groß-Berlin" (VSB).

Ärzte gründen die KV Berlin

Die Kassenärztlichen Vereinigungen entstehen 1955 per Gesetz neu. Am 22. August 1955 wird die VSB in Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin umbenannt. Im Kassenarztrecht werden die Beziehungen zwischen Ärzten und Krankenkassen neu geregelt: Die Kassenärzte erhalten maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der ambulanten Versorgung. Im Gegenzug verzichten sie auf Kampfmaßnahmen und akzeptieren das Schiedsamt als Schlichtungsinstanz der Selbstverwaltung, wenn sie sich nicht mit den Krankenkassen in Vertrags- und Honorarfragen einigen können. Die KV Berlin hat inzwischen ihren Sitz im Hoechst-Haus am Steinplatz 1 im Stadtteil Charlottenburg.

Ende 1956 wird die erste Satzung der KV Berlin verabschiedet, die erste Legislaturperiode beginnt am 7. März 1957. Ein Jahr später gibt es im Westteil Berlins wieder ein gegliedertes Krankenkassensystem. Durch das neue Kassenarztrecht und den wirtschaftlichen Aufschwung kommt es zu großen Einkommenssteigerungen bei den Ärzten. Auch die medizinische Versorgung der Patienten verbessert sich deutlich. 1960 zieht die KV in ihre eigene Immobilie, das neu errichtete Verwaltungsgebäude in der Bismarckstraße 95/96 in Charlottenburg.

Prosperierende Jahre nach dem Mauerbau

Nur indirekt wirkt sich der Bau der Berliner Mauer 1961 auf die Arbeit der KV Berlin aus. In den folgenden Jahren profitieren die Ärzte von der wirtschaftlichen Stabilität. Die KV kann ihren ärztlichen Notfalldienst ausbauen, ab 1963 fahren Bereitschaftsärzte in Funk-Taxen. Die KV-eigene Notfalldienstzentrale nimmt 1966 die Arbeit auf, ein eigener Fuhrpark folgt 1974.

Ab 1970 geht die KV gegen die drohende medizinische Unterversorgung West-Berlins vor. Besonders umworben werden Ärzte, die eine Fremdsprache beherrschen. Von 1975 bis einschließlich 1987 kann die KV sogar Bewerbern für dringend zu besetzende Arztsitze Umsatzgarantien für ein Jahr sowie Darlehen für Bauvorhaben und Praxiseinrichtungen bieten. Ab 1985 ist Berlin faktisch überversorgt. Die ersten Zulassungsbeschränkungen greifen zwei Jahre später.

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(Quelle: KV Berlin)

KV-Geschichte in vier Teilen

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